
Schröpfen ist eine bei muskuloskelettalen Beschwerden durchaus gebräuchliche
traditionelle Behandlungsmethode. Ob es auch beim Karpaltunnelsyndrom nützt,
untersuchte nun ein Team deutscher Mediziner aus Berlin und Essen.
Quelle: Michalsen
A. et al., J Pain 2009: 10 (6): 601-608
Die Wirksamkeit von Schröpfen wurde in einer offenen, randomisierten Studie mit 52 ambulanten Patienten, die an einem neurologisch bestätigten Karpaltunnelsyndrom litten,
untersucht. Sie waren im Mittel 58,5 Jahre alt. Die Verumgruppe wurde einmalig
in der Region des Trapezius blutig geschröpft. Die Kontrollgruppe erhielt
stattdessen eine Wärmebehandlung mit einem Ingwersack.
Nach einer Woche hatten sich die Beschwerden in der Schröpf-Gruppe auf der VAS-Skala von 61,5 mm auf 24,6 mm gebessert. In der Kontrollgruppe hatten sie sich lediglich von 67,1 mm
auf 51,7 mm verringert. Durch das einmalige Schröpfen hatten sich darüber
hinaus weitere Parameter signifikant gebessert, darunter der Levine-Score,
Nackenschmerzen, funktionelle Einschränkungen gemäß DASH-Score und die
körperliche Dimension der Lebensqualität. Die Therapie war sicher und wurde gut
vertragen. Nun bleibt zu klären, wie lange der Effekt anhält.
Quelle: Michalsen
A. et al., J Pain 2009: 10 (6): 601-608